REGENSBURG · VERKEHR & VERWALTUNG

Kein Rabatt nach verlorenem Kartenspiel: Fahrgast scheitert am Regensburger Hauptbahnhof

Ein vergessener Fahrschein, mehrere Stunden Wartezeit und eine unglückliche Kartenwahl: Mein Versuch, ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu reduzieren, endete mit einer unerwarteten Niederlage.

Von Martin | Regensburg

Ein zunächst gewöhnlicher Behördengang

Nachdem ich vergessen hatte, meinen Fahrschein ordnungsgemäß zu entwerten, wurde mir mitgeteilt, dass unter Vorlage meiner aktivierten Karte möglicherweise eine Ermäßigung des erhöhten Beförderungsentgelts gewährt werden könne.

Also begab ich mich zum Kundencenter am Regensburger Hauptbahnhof.

Nach mehreren Stunden Wartezeit wurde ich schließlich an einen Schalter gebeten. Ich legte meinen gültigen Fahrschein sowie meine Kreditkarte vor und rechnete mit einer kurzen Überprüfung meiner Unterlagen.

Doch das Verfahren nahm eine unerwartete Wendung.

Die Entscheidung fiel beim Schwarzen Peter

Der Mitarbeiter betrachtete meine beiden Karten, nickte nachdenklich und erklärte mir, dass die Höhe der Ermäßigung durch ein traditionelles Kartenspiel ermittelt werde.

Es handelte sich um Schwarzer Peter.

Die Karten wurden gemischt und verdeckt auf dem Schalter ausgelegt. Anschließend durfte ich eine Karte ziehen.

Bei der richtigen Wahl hätte ich einen Rabatt auf mein erhöhtes Beförderungsentgelt erhalten. Bei der falschen Wahl würde der ursprüngliche Betrag bestehen bleiben.

Ich entschied mich für die mittlere Karte.

Es war die falsche.

Der Mitarbeiter teilte mir höflich mit, dass ich das Spiel verloren hätte und daher leider keine Ermäßigung gewährt werden könne.

Ein Einspruch wäre grundsätzlich möglich gewesen

Auf meine Nachfrage, ob ich gegen das Ergebnis Einspruch einlegen könne, erhielt ich eine durchaus beruhigende Antwort:

„Selbstverständlich. Dafür müssen Sie lediglich eine neue Wartenummer ziehen und sich erneut anstellen.“

Angesichts der bereits vergangenen Stunden entschied ich mich, auf weitere rechtliche Schritte zu verzichten.

Wie viel Rabatt habe ich bekommen?

Für alle, die sich fragen, wie viel Rabatt ich nach Vorlage meiner aktivierten Karte tatsächlich erhalten habe, lautet die Antwort:

Genau 0 Euro.

Immerhin konnte ich wertvolle Erfahrungen mit den Besonderheiten des deutschen Verwaltungswesens sammeln.

Meine Empfehlung für andere Fahrgäste

Sollten Sie sich jemals in einer vergleichbaren Situation befinden, empfehle ich Ihnen dringend, die Karte ganz rechts zu ziehen.

Ich selbst hatte die mittlere Karte gewählt. Rückblickend war dies offensichtlich ein schwerwiegender Fehler.

Eine Erfolgsgarantie kann ich nicht geben. Allerdings dürfte diese Strategie mindestens genauso zuverlässig sein wie meine eigene.

Für meinen nächsten Besuch werde ich vorsichtshalber ein vollständiges Kartenspiel und ausreichend Proviant mitbringen.


Martin
Regensburg

「現実より少しだけ、ありそうな話を。」— CONVINCED. 編集部
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